Damals hinterließ an Sebastians Unfallstelle jemand eine Nachricht
und machte mich damit aufmerksam auf Gedenkseiten im Internet.
Ich las eine nach der anderen. „Mama warum quälst du dich so?“ fragte mich meine Tochter.
„Ich quäle mich nicht, ich stelle nur entsetzt fest, dass wir nicht alleine ein solches Schicksal haben!“ war meine Antwort.
Wenn auch mit viel Tränen, so hatte mir jedes einzelne Schicksal auf die eine oder andere Weise geholfen.
Mir war dann klar, dass ich für meinen Sohn Sebastian ebenfalls eine Gedenkseite einrichten werde.
Zum einen, damit andere die Möglichkeit haben, Sebastian –wenn auch leider nicht persönlich- ihn dennoch auf diese Weise kennen zu lernen. Ich habe ebenso so viele kennengelernt, die, wie auch immer, aus dem Leben gerissen wurden. Sie begleiten mich immer wieder in meinen Gedanken.
Ich glaube eine ganz große Angst ist das „Vergessen“! Daher möchte ich jedem die Möglichkeit geben, einfach mal wieder nach Sebastian „zu schauen“, ein paar Bilder anzuschauen und sich mit ihm in Gedanken zu treffen.
Ganz wichtig ist mir, vielleicht auch anderen eine Hilfe geben zu können. Allein zu erfahren, dass man nicht alleine ist mit seinem Schicksal – so traurig das ist.
Es ist auch für mich ein großes Stück Trauerbewältigung. Ich rede sehr gerne über Sebastian, sowohl lustige Sachen als auch mal trauriges. Nur merke ich oft, dass mein Umfeld damit manchmal überfordert ist. Hier kann ich einfach erzählen.
Was mir oft fehlt ist, meinen Zorn loszuwerden! Ja, ich habe nicht nur Kummer und Schmerz, manchmal kommt mir eine große Woge Zorn auf! Wie oft stand ich an Sebastians Grab und am allerliebsten hätte ich alles zertrampelt und weggetreten und „LüGE!“ geschrieen! Dann die Wut gegen die Unfallgegnerin F. B. ! Wut und Enttäuschung!
Ich nehme mir hier einfach den Raum und werde nach außen geben, was mich innerlich zu zerfressen droht und ich keine Gelegenheit hatte, es persönlich zu übermitteln! Ich muss es einfach loswerden!!!
Vielleicht liest ja auch der eine oder andere Polizist diese Seite.
So hoffe ich, dass dadurch die hiesige Polizei sich in Zukunft etwas menschlicher zeigt und ihre Aufgabe,
und da meine ich die schriftliche, ernst und genau nimmt.
Das hätte mir/uns bestimmt viele Tränen und Kummer erspart und vor allem zur Aufklärung geführt.
Bei jedem Ladendiebstahl eines Jugendlichen werden sofort die Eltern integriert und alles akribisch notiert.
Aber wenn dann ein Jugendlicher stirbt, zählen die Eltern nicht. Wir haben keine gute Behandlung erfahren.
Ich bekam das Gefühl vermittelt,,
dass es sich seitens der Polizei doch nur um einen "kleinen dummen Rollerfahrer" handelte, unbedeutend!
Ermöglicht hat mir diese Seite mein Neffe Matteo und mein Stiefsohn Simon.
Mein Versuch, eine Homepage zu eröffnen endete mit einer weißen Seite….
Irgendwie wollte es nicht wie ich!
An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön!!!
Ich finde, die Seite ist großartig geworden! DANKE!